Die out of Cam Lüge, aus Fotografen Sicht.

In sozialen Netzwerken ließt man es immer wieder: direkt aus der Camera, out of cam! Aber was meint das und was bewirkt es beim Betrachter.

Wenn es darum geht, das gelungene Posing oder den coolen Look hinzuweisen ist das völlig legitim, jedoch blendet es nur die Ahnungslosen oder Fotografieanfänger und ist meiner Ansicht nach auch ein kleiner Betrug, außer man fotografiert im JPEG und die Bilder werden dann nicht noch weiter verarbeitet, oder bearbeitet.

Technisch ist es einfach so, die Kamera macht ein RAW (Digitales Dia) welches KEINE Kamera auf dem Mark anzeigen kann. Das RAW beinhaltet immense Daten für die man teils schon ziemlich performante Rechner braucht, wie soll es nun solch eine kleine Kamera schaffen?

Egal welches Flaggschiff wir hierbei nehmen D860, D5 (Nikon), α99 II (Sony) oder die EOS-1D X Mark II von Canon, alle diese haben nicht genug Rechenleistung um die RAW Daten in Echtzeit auf dem Display anzuzeigen. Stattdessen werden zwei Bilder im Moment des auslösen erstellt, eine Raw Datei und die eingebettete Vorschau. Diese Vorschau ist ein JPEG, welches die in der Kamera eingestellten Bearbeitungen (Kontrast, Sättigung, Helligkeit,

Also wenn ihr in Schwarz/weiß fotografiert, dann sind die Bilder auf dem Display schwarz/weiß, aber daheim am Computer sind die Bilder wieder in Farbe und kommen eher flau daher, da diese komplett ohne Bearbeitung sind.

Also ist das was wir auf dem Display sehen, ein bearbeitetet Bild. Und ja es ist out of cam, an dem Punkt muss ich Dir Leser Recht geben, aber zu Hause werden die Bilder auf den Rechner geladen und bearbeitet und dann erst dem dann hoffentlich glücklichen übermittelt.

Das ist der Punkt an dem ich der Meinung bin auch gelogen wurde, wieso wurde dann nicht direkt im JPEG fotografiert? Warum müssen die oder werden erst noch bearbeitet? Es entsteht für den Laien der Eindruck die Bilder werden wie sie geschossen werden auch veröffentlicht, das ist leider seltenst der Fall und wird fast von niemanden gemacht. Hierbei muss jeder selber seinen Weg finden. Manche lieben es am Rechner dann noch lange die Bilder zu entwickeln/bearbeiten, andere erfreuen sich einfach am fotografieren und geben die Bilder direkt nach dem fotografieren aus der Hand und wieder andere lieben die Bildbearbeitung und zaubern aus schlechten Bilder traumhafte Kollagen. Es liegt an einem selber sich und seine Art und Weise zu finden wie man fotografiert.

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